Nachzahlung Strom und Gas: Was tun wenn die Abrechnung zu hoch ist?
Das Wichtigste in Kürze: Viele Nachzahlungen enthalten Fehler oder sind das Ergebnis eines zu niedrig angesetzten Abschlags. Zahlen Sie nicht einfach, ohne die Rechnung zu prüfen.
Warum kommt es überhaupt zu hohen Nachzahlungen?
Am Ende eines Abrechnungsjahres vergleicht Ihr Energieanbieter, wie viel Sie tatsächlich verbraucht haben, mit dem, was Sie monatlich als Abschlag gezahlt haben. Ist der Verbrauch höher als erwartet, entsteht eine Nachzahlung. Klingt logisch, ist es aber nicht immer.
In der Praxis entstehen hohe Nachzahlungen häufig durch drei Ursachen: einen zu niedrig angesetzten Abschlag zu Vertragsbeginn, Preiserhöhungen während des Jahres, die im Abschlag nicht berücksichtigt wurden, oder schlicht Fehler in der Abrechnung selbst.
Schritt 1: Ruhe bewahren und nicht sofort zahlen
Wenn Sie eine hohe Nachzahlung erhalten, haben Sie mindestens 30 Tage Zeit zu reagieren. Zahlen Sie nicht sofort, bevor Sie die Rechnung nicht geprüft haben. Das ist Ihr gutes Recht.
Legen Sie die Abrechnung kurz zur Seite und vergleichen Sie sie mit Ihrem tatsächlichen Zählerstand. Stimmt die Zahl auf der Rechnung mit dem überein, was Ihr Zähler anzeigt? In überraschend vielen Fällen sind hier bereits die ersten Fehler zu finden.
Schritt 2: Zählerstand selbst prüfen
Lesen Sie Ihren aktuellen Zählerstand ab und vergleichen Sie ihn mit dem auf der Abrechnung angegebenen Ablesezeitraum. Hat der Anbieter Ihren Zähler geschätzt statt ihn abzulesen? Das ist erlaubt, aber die Schätzung muss realistisch sein.
Wenn der geschätzte Wert deutlich über Ihrem tatsächlichen Verbrauch liegt, haben Sie das Recht, einen korrekten Wert einzureichen und die Abrechnung korrigieren zu lassen. Halten Sie Ihren Widerspruch schriftlich fest.
Schritt 3: Die 4 häufigsten Fehlerquellen in der Abrechnung
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Falscher Zählerstand
Der Versorger schätzt oder verwendet alte Werte. Immer mit dem eigenen Zähler vergleichen.
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Falsche Preisberechnung
Preiserhöhungen wurden falsch oder rückwirkend berechnet. Jede Preisänderung muss ordnungsgemäß angekündigt werden.
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Doppelte Grundgebühr
Bei Umzügen oder Anbieterwechseln werden manchmal zwei Grundgebühren gleichzeitig berechnet.
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Falscher Tarif
Der Anbieter hat Sie ohne Ihre Kenntnis in einen teureren Tarif umgestuft.
Schritt 4: Widerspruch einlegen wenn nötig
Wenn Sie Fehler gefunden haben oder die Nachzahlung Ihnen ungerechtfertigt erscheint, legen Sie schriftlich Widerspruch ein. Beschreiben Sie den Fehler konkret und fügen Sie Belege bei, zum Beispiel ein Foto Ihres Zählerstands mit Datum.
Der Anbieter ist verpflichtet, Ihren Widerspruch zu prüfen und zu antworten. In vielen Fällen wird die Nachzahlung reduziert oder gestrichen.
Der wichtigste Schritt danach: Anbieter wechseln
Eine hohe Nachzahlung ist oft ein Zeichen, dass Sie beim falschen Anbieter mit dem falschen Tarif sind. Wenn die Abrechnung erledigt ist, lohnt sich ein Vergleich. In den meisten Fällen können Haushalte in Niedersachsen mit einem Wechsel 300 bis 800 Euro pro Jahr sparen.
Ralf Rösemann unterstützt Sie kostenlos, sowohl bei der Prüfung Ihrer aktuellen Abrechnung als auch beim anschließenden Wechsel zu einem günstigeren Anbieter.
Ralf Rösemann
Energiekostenberater aus Söhlde, seit über 15 Jahren spezialisiert auf Strom- und Gasverträge für Privathaushalte und Unternehmen in Niedersachsen.
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